{"id":354,"date":"2009-10-21T02:03:21","date_gmt":"2009-10-21T00:03:21","guid":{"rendered":"http:\/\/randyridder.de\/block\/?p=354"},"modified":"2009-10-21T02:03:21","modified_gmt":"2009-10-21T00:03:21","slug":"kabel-loeten-was-muss-ich-beachten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.randyridder.de\/block\/2009\/10\/21\/kabel-loeten-was-muss-ich-beachten\/","title":{"rendered":"Kabel l\u00f6ten: Was muss ich beachten?"},"content":{"rendered":"<p>Die eigenen Kabel l\u00f6ten kann durchaus sinnvoll sein. Vor allem dann, wenn es die Kabel die man ben\u00f6tigt gar nicht zu kaufen gibt. Ein Adapter sollte nur im allerschlimmsten Notfall verwendet werden. Dagegen spricht einerseits die Hebelwirkung des k\u00fcnstlich verl\u00e4ngerten Steckers, so dass die Audiobuchsen schneller ausleiern und vielleicht irgendwann nicht mehr funktionieren, und auch (wenn auch minimale) Signalverluste.\u00a0 Obendrein erschlie\u00dft sich mit dem Adapter eine zus\u00e4tzliche Fehlerquelle, die es ja eigentlich zu vermeiden gilt.<\/p>\n<p>Aber auch bei handels\u00fcbliche Kabelformaten macht es Sinn den L\u00f6tkolben zu z\u00fccken, da bei Eigenkonstruktionen die genaue Kabell\u00e4nge bestimmt werden kann und dar\u00fcber entscheidet, welche Qualit\u00e4t an welchen Platz ben\u00f6tigt wird.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<h2>Das Material<\/h2>\n<p><strong>Kabel<\/strong>: Billige Kabel haben leider oft die Eigenschaft das L\u00f6tzinn nicht so gut aufzunehmen, die einzelnen Adern brechen schneller und die Ummantlung (bzw. Erdung oder Isolierung) l\u00e4\u00dft sich nur schwer abl\u00f6sen und man hat nach entfernung der Isolierung die H\u00e4lfte der fitzeligen \u00c4derchen auch abgeschnippelt.<\/p>\n<p>Die elektrischen Eigenschaften k\u00f6nnen meines Erachtens ruhig schon mal vernachl\u00e4ssigt werden. Es gibt da so enorm viel Pseudowissenschaftlichen Mumpitz der vermutlich wohl nur von Waldelfen mit besonders spitzen Ohren geh\u00f6rt wird (vor allem wenn es um Diamanteinarbeitung geht, da es dort absolut keinen Zusammenhang geben kann!). Trotz allem sollte man darauf achten, dass die Kabel nicht d\u00fcnn wie Spinnengarn sind und beim ersten drauftretten zersplittern und oben genannte Defizite haben. Auch die Temperaturresistenz der Isolierung sollte so hoch sein, dass man l\u00f6ten kann, ohne dass das Kabel innerlich einen Kurzschluss verursacht, obwohl scheinbar alles korrekt verl\u00f6tet ist.<\/p>\n<p><strong>Stecker<\/strong>: Bei den Steckern ist es so, dass billigere oftmals das L\u00f6tsinn ebenfalls nicht so gut annehmen und das Plastik auch nicht so hitzeresistent ist, so dass auch schon mal etwas wegschmilzen kann, wenn man nicht die perfekte Temperaturdosierung getroffen hat. Manchmal hilft dort zwar noch ein hin und her biegen unter anlegen einer wohldosierten Temperatur, aber das sollte eigentlich nur ein Notl\u00f6sung sein. Vor allem wird es dann schwer, wenn eine gewisse Temperatur erforderlich ist, um eine perfekte L\u00f6tstelle zu erzeugen, der Stecker bei dieser aber bereits davonschmilzt. Somit hat man mit dem g\u00fcnstigen Stecker eine beschissene L\u00f6tstelle gekauft, die beim ersten Schlag nachgebessert werden darf. Im allerschlimmsten Fall ist der Stecker dann f\u00fcr immer und ewig im Eimer.<\/p>\n<h2>Das Werkzeug:<\/h2>\n<p>Der L\u00f6tkolben sollte ungef\u00e4hr 30 Watt haben, um damit vern\u00fcnftig in diesen Dimensionen zu arbeiten. Wenn man auch mal damit Platinen l\u00f6ten m\u00f6chte sollte 30 Watt maximum sein.<\/p>\n<p>Eine Haltevorrichtung f\u00fcr die Stecker ist unabdingbar. Die kann entweder ein altes Ger\u00e4t sein, was nicht mehr ben\u00f6tigt wird ( wo man die Stecker rein stecken kann) oder eine dritte Hand (nein, nicht eben mal implantieren sondern eher eine Metallkonstruktion die speziell f\u00fcr L\u00f6tarbeiten entwickelt wurde).<\/p>\n<p>Ich bevorzuge zum abisolieren eine Schere, da ich dort sp\u00fcre, wann die Metalladern erreicht sind. Diese sollte um die Isolierung mit leichten, variierenden Druck gedreht werden. Irgendwann kann man die Isolierung einfach abziehen. Dieser Punkt sollte aber jeder f\u00fcr sich ausprobieren, wie es halt am besten klappt (Abisolierzange, Teppichmesser etc.).<\/p>\n<h2>Technik:<\/h2>\n<p>Zu allererst den L\u00f6tkolben einst\u00f6pseln und eine ganze Weile warten, bis er seine Betriebstemperatur erreicht hat. Vorher macht das L\u00f6ten absolut keinen Sinn. Wenn es schnell gehen soll, legt den verfluchten L\u00f6tkolben weg!<\/p>\n<p>Dann sollte der Stecker und das Kabel verzinnt werden (kurz ein bisschen L\u00f6tzinn draun klatschen, aber schon so, dass es eine Verbindung gibt), dann das L\u00f6tzinn am Stecker zum schmilzen bringen und das Kabel &#8222;integrieren&#8220;. Wenn sich beides verbunden hat den L\u00f6tkolben entfernen, ruhig halten, ein paar Sek\u00fcndchen warten und dann freuen. Ein Zugtest (also einmal am Kabel ruckeln) kann ausschluss dar\u00fcber geben, ob die L\u00f6tstelle auch wirklich stabil ist. Wer dort angst hat, sollte es lieber lassen. Das Kabel muss solche Aktionen \u00fcberstehen, das es sich sonst spontan (zum Beispiel bei einer recording session) verabschiedet.\u00a0 Das klingt einfach, erfordert aber ein Paar Anl\u00e4ufe und ein gewisses Gef\u00fchl f\u00fcr das L\u00f6tzinn, was eine tragende Rolle beim L\u00f6ten spielt. Ist es matt, ist die L\u00f6stelle kalt, d.h. es wurde zu kurz der L\u00f6tkolben dran gehalten. Ein kurzes Ruckeln und der Kladaradatsch kann von vorne beginnen.\u00a0 Gl\u00e4nzt es und es \u00fcbersteht den Zugtest(der auch ruhig etwas ruppiger sein darf) wird es vermutlich erst mal halten.<\/p>\n<p>Ein beliebter Fehler ist es eine perfekte L\u00f6tstelle zu erzeugen, aber zu vergessen, was eigentlich noch so alles an den Stecker dran geh\u00f6rt. Man sollte halt schon so ein bisschen 3 Dimensional an die Sache gehen. Niemand will eine Perfekte L\u00f6tstelle die offen daliegt, nur weil man zu faul war, das Geh\u00e4use des Steckers &#8222;VOR&#8220; dem l\u00f6ten \u00fcber das Kabel zu st\u00fclpen. Guckt euch genau an wie der Stecker funktioniert und pr\u00e4pariert in aller Ruhe das Kabel. Dann erst zum L\u00f6tkolben greifen. Ich spreche aus Erfahrung &#8230;.<\/p>\n<h2>Worst Case Szenario und Fazit:<\/h2>\n<p>Der Horror w\u00e4re wohl ein Multicore anzufertigen, was mit billigen Kabeln und schlechten Steckern gebaut wird was 1. enorm viel Zeit zum bauen verbrennt und 2. nicht lange h\u00e4lt und Nachbesserungsarbeiten vorprogramiert sind. Somit sind die gesparten Euros hier definitiv fehl am Platz. Wenn jedoch lediglich mal gerade \u00fcbergangsweise zu einem g\u00fcnstigeren Kram gegriffen werden soll, da ja eh demn\u00e4chst das gro\u00dfe Studio-Upgrade ansteht, sprechen die Nerven wohl nicht dagegen.<\/p>\n<p>F\u00fcr weiter Fragen bez\u00fcglich des Themas oder Verbesserungsvorschl\u00e4ge\u00a0 bin ich nat\u00fcrlich offen. Vielleicht f\u00fcge ich auch noch ein paar Bilder dazu, aber dann wohl eher nach meiner n\u00e4chsten L\u00f6tsession.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die eigenen Kabel l\u00f6ten kann durchaus sinnvoll sein. Vor allem dann, wenn es die Kabel die man ben\u00f6tigt gar nicht zu kaufen gibt. Ein Adapter sollte nur im allerschlimmsten Notfall verwendet werden. 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