{"id":27,"date":"2010-04-09T01:22:26","date_gmt":"2010-04-08T23:22:26","guid":{"rendered":"http:\/\/randyridder.de\/block\/?p=27"},"modified":"2010-04-09T01:22:26","modified_gmt":"2010-04-08T23:22:26","slug":"die-leiden-des-jungen-musikers","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.randyridder.de\/block\/2010\/04\/09\/die-leiden-des-jungen-musikers\/","title":{"rendered":"Die Leiden des (jungen) Musikers"},"content":{"rendered":"<p>Es scheint schon fast normal zu sein, dass Musiker kein Geld haben. <em>Logischerweise<\/em> bekommen Musiker kein Geld f\u00fcr Ihre Dienstleistungen. Unterhalten ja, Geld Nein. Im Bereich der Malerei oder Design sieht das schon anders aus, auch wenn diese Personengruppe auch diskriminiert und untersch\u00e4tzt wird. Ich vermute den Grund hierf\u00fcr in dem Vorurteil das Musiker halt kein Geld haben. Das macht sich allein schon dann bemerkbar, wenn ein Gegen\u00fcber schon im Kopf hat, da\u00df Musiker ja kein Geld haben und diesen dann &#8222;wenigstens ein paar Euro geben&#8220;, wovon man sich dann ein Loli kaufen kann&#8230; hier ein paar Beispiele:<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p><strong>Filmmusik:<\/strong><\/p>\n<p>Es ist nicht un\u00fcblich, dass bei einem Film erst ganz am Schluss an die Musik gedacht wird, wenn das Budget bereits ersch\u00f6pft ist. Da es auch viele Musiker gibt die gerne mal im Kinderzimmer Ihre Musik mit ejay oder \u00e4hnlichem zusammen zimmern und sich einen Arsch abfreuen, wenn ihr Name im Abspan steht.\u00a0 Nicht unoft wird auch einfach irgendwelche bereits vorhandene Musik &#8222;ausgew\u00e4hlt&#8220; und unter den Film geklatscht in der Hoffnung, dass diese dann mal an der ein oder anderen Stelle passt. Doch der Unterschied zu einer Komposition, die extra f\u00fcr den Film gemacht wurde, ist dann doch schon gravierend.  Ich behaupte jetzt mal ganz drei\u00dft, dass viele Filme durch die Verschandelung durch minderwertigen Soundtracks gefloppt sind.<\/p>\n<p><strong>Musikverkauf:<\/strong><\/p>\n<p>Die Musiker bekommen von den Einnahmen einer CD nur einen Bruchteil des Gewinns, obwohl diese\u00a0 die schaffende Instanz ist, ohne die das fertige &#8222;Produkt&#8220; gar nicht realisierbar w\u00e4re . Wenn man sich mal \u00fcberlegt, dass ein Musiker nicht nur sein Equipment bezahlen und warten muss, sondern auch noch Proberaummiete und Sprit f\u00fcr eventuelle Auftritte bezahlt (siehe weiter unten), so wird man sehr schnell feststellen, dass dies ein ziemlich teures Hobby ist und eigentlich fast unm\u00f6glich zu professionalisieren ist. Jetzt mag vielleicht der ein oder andere mit irgendwelchen Plattformen kommen, die Mp3s im Internet anbieten..eine wirkliche Chance f\u00fcr einen unabh\u00e4ngigen K\u00fcnstler sehe ich dort noch nicht, was an den derben Einschr\u00e4nkungen liegen mag.<\/p>\n<p><strong>Live Auftritte:<\/strong><\/p>\n<p>Es ist in Deutschland leider total normal, dass eine Band die nicht\u00a0 einen aktuellen Chart-Hit am Start hat mit Spritgeld als Gage abgespeist wird. &#8222;Obendrauf&#8220; gibts noch Freigetr\u00e4nke&#8230;&#8220;aber la\u00dft es ja nicht zu dolle krachen&#8220; bekommt man dann gesagt, was \u00fcbersetzt hei\u00dft, dass man evtl 4 Getr\u00e4nkegutscheine bekommt, da die ja f\u00fcr den ganzen Abend reichen sollten. Alles weitere muss selbst bezahlt werden.\u00a0 Ok, solche Aktionen k\u00f6nnen dann als Promotion angesehen werden, aber wof\u00fcr? Hier und da verkauft sich ja vielleicht auch eine CD beim Auftritt, aber ist das denn Lohn genug f\u00fcr die ganzen Stunden, die im Proberaum verbracht wurden und die ganzen Kosten die so ein Bandleben mit sich bringt? Klar spielt da auch Spass eine Rolle, wobei wir auch gleich schon beim n\u00e4chsten Punkt w\u00e4ren&#8230;<\/p>\n<p><strong>Hobby und Beruf:<\/strong><\/p>\n<p><em>&#8222;Mit seinem Hobby soll man kein Geld verdienen. &#8222;<\/em><\/p>\n<p>Es gibt\u00a0 ja die Lebensweisheit, dass man sein Hobby nicht zum Beruf machen soll.\u00a0 Warum eigentlich nicht? Ich stelle mal die provokante These auf, dass Leute die diese Weisheit unterst\u00fctzen entweder keine Hobbys haben und schlichtweg neidisch auf die Leute sind die Hobbys haben oder ihre eigenen Hobbys gerne zum Beruf machen w\u00fcrden und nur nicht wissen wie oder es sich nicht trauen. H\u00e4ufig ergibt sich\u00a0 hierraus dann auch die Lage, dass Leute denken, dass man ja alles so unheimlich gerne tun w\u00fcrde&#8230;es gibt halt schon Sachen die man gerne tut, sonst w\u00fcrde man das ja nicht tun. Allerdings gibt es auch unheimlich \u00e4tzende Sachen (wie z.B. im Studio Atmer aussortieren und verstimmte Instrumente anh\u00f6ren m\u00fcssen), bei denen dann viel Zeit drauf geht, bis man dann letztendlich das hat, weswegen man seinen Job tut. Das ist auch harte Arbeit; vielleicht nicht k\u00f6rperlicher Art, also &#8222;richtige&#8220; Arbeit, aber auch anstrengend. Mit dem \u00fcblichen Zeitdruck ist das dann auch richtig anstrengend, aber es macht ja nunmal soviel Freude, dass es eigentlich auch gleich Umsonst sein kann. &#8222;Aber du machst das doch gerne, oder?&#8220; Nat\u00fcrlich ja, aber ein Tischler arbeitet auch gerne mit Holz und ein Biologe mag die Natur. Doch w\u00fcrde vermutlich kein Tischler mal zum Spass ein Schrank bauen oder ein Biologe mal zum Spass den exakten Ph-Wert von dem Wasser eines Kumpels ermitteln, nur um wirklich sicher zu gehen, dass es gutes Wasser ist.<\/p>\n<p><strong>Vertrauen in den Musiker:<\/strong><\/p>\n<p>Musiker werden oftmals mit irgendwelchen Rockstars gleichgesetzt, die ihr Geld komplett in Drogen umsetzten und nebenbei ein Hotelzimmer ramponieren oder tausende von Groupies\u00a0 haben. Doch welcher halbwegs rational tickende Groupie will denn schon die mageren Unterhaltszahlungen eines Musikers?<\/p>\n<p>Ganz zu schweigen von dem Versp\u00e4tungs-Vorurteil: &#8222;Schaffst du das auch wirklich bis dahin fertig zu stellen?&#8220;.<\/p>\n<p>Ein paar mal wurde ich schon mit folgendem Satz konfrontiert, der es echt in sich hat:<\/p>\n<p><em>&#8222;Und kann man davon eine Familie ern\u00e4hren?&#8220;<\/em><\/p>\n<p>Daraus kann man folgendes schlie\u00dfen:<\/p>\n<p>a) die Person denkt nicht, dass das Geld ausreicht um eine Familie zu ern\u00e4hren (das offensichtliche); b) die Person denkt, dass man immer soviel Geld verdienen muss, um eine Familie ern\u00e4hren zu k\u00f6nnen (gesellschaftlicher Zwang); c) die Person denkt, dass sie besser verdient als ich und sich somit Gesellschaftlich h\u00f6her stellt (evtl. auch eigene Unsicherheit \u00fcberspielt); d) die Person denkt, dass ich nicht die Verantwort \u00fcbernehmen w\u00fcrde, f\u00fcr eine Familie zu sorgen, wozu Geld ein prim\u00e4res Bed\u00fcrfniss ist.<\/p>\n<p>Ich k\u00f6nnte noch weiter ausschweifen jetzt noch viel weiter ausschweifen, will aber nicht beleidigen.<\/p>\n<p><strong>Quintessenz<\/strong><\/p>\n<p>Zusammenfassend schlussfolger ich, dass die Stellung des Musikers als Berufsbild in unserer Gesellschaft nicht akzeptiert ist. Warum dies so ist, ist mir ein R\u00e4tsel. Man m\u00f6ge mich gerne von dem Gegenteil \u00fcberzeugen, allerdings bin ich im Laufe meines Lebens so oft auf Intollerenz gesto\u00dfen, so dass ich bezweifel, dass mich diese Argumente wirklich \u00fcberzeugen k\u00f6nnen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es scheint schon fast normal zu sein, dass Musiker kein Geld haben. Logischerweise bekommen Musiker kein Geld f\u00fcr Ihre Dienstleistungen. Unterhalten ja, Geld Nein. Im Bereich der Malerei oder Design sieht das schon anders aus, auch wenn diese Personengruppe auch diskriminiert und untersch\u00e4tzt wird. 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