{"id":258,"date":"2009-07-08T00:49:01","date_gmt":"2009-07-07T22:49:01","guid":{"rendered":"http:\/\/randyridder.de\/block\/?p=258"},"modified":"2009-07-08T00:49:01","modified_gmt":"2009-07-07T22:49:01","slug":"warum-ist-pop-musik-so-langweilig","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.randyridder.de\/block\/2009\/07\/08\/warum-ist-pop-musik-so-langweilig\/","title":{"rendered":"Warum ist Pop-Musik so langweilig?"},"content":{"rendered":"<p>Diese Frage stelle ich mir eigentlich fast jeden Tag. Die Antworten darauf sind vielz\u00e4hlig und nur Ansatzweise aufzuz\u00e4hlen, aber ich versuche es mal:<\/p>\n<p><strong>Die Masse:<\/strong><\/p>\n<p>Pop-Musik ist so konzipiert, dass sie von der Masse als gut empfunden wird. Hier bewegen wir uns auf so sehr schwammigen Eis; so schwammig dass mir fast schlecht wird. Hier k\u00f6nnte man eine parallele zu der Sozialisation bilden. Denn was die Masse nicht kennt, empfindet sie erst mal als merk\u00fcrdig und kann es nicht richtig zuordnen.\u00a0 Aber sie kann es selten als gut empfinden.<\/p>\n<p>Da wir uns in einer Konsumgemeinschaft befinden, in der leichte Kost gefragt ist, werden also neuartige Dinge fast v\u00f6llig verdr\u00e4ngt und somit bleibt das \u00fcber, was\u00a0 in den Charts landet.<\/p>\n<p><strong><!--more--><br \/>\n<\/strong><\/p>\n<p><strong>Die Charts:<\/strong><\/p>\n<p>Die Charts verbildlichen den Zwang, besser zu sein als jemand anderes. Genau dieser Gedanke ist gerade in der Musik einfach nur kontraproduktiv. Es gibt immer jemanden der besser in irgendwas ist, aber warum ist der Gedanke denn so abwegig, anders zu sein?<\/p>\n<p>Vor allem ist es zur Zeit leider nicht so, dass die Charts das repr\u00e4sentieren, was die Masse h\u00f6rt sondern lediglich den Personenkreis abbildet, die so drauf sind, dass sie sich gleich die &#8222;Singles&#8220; von einem K\u00fcnstler kaufen, sobald dieser irgendwas neues drau\u00dfen hat. Dazu kommt noch, dass sich viele Leute\u00a0 einfach keine Cds leisten k\u00f6nnen oder sich keine Singles kaufen wollen, da dort das Preis-Leistungs Verh\u00e4ltniss eher bescheiden ist. Statt dessen greifen unz\u00e4hlige Kunden der Musikindustrie zu ganzen Alben, sind dann aber entt\u00e4uscht, weil die Single zwar ganz nett ist, der Rest des Albums aber Schrott und beschlie\u00dfen sich keine Alben mehr zu kaufen.<\/p>\n<p>Es geht bei den Charts lediglich um die Verkaufszahlen der Singles;\u00a0 warum dies als Ma\u00dfstab des Erfolgs eines Musikers gesehen wird ist mir wirklich ein R\u00e4tsel. Es kann sogar sein, dass sich zigtausend Leute die Single kaufen, diese aber nach einen mal h\u00f6ren vergammelt lassen, weil sie diese als langweilig empfinden. Diese Personen h\u00f6ren dann also ihre\u00a0 guten alten Songs, die in keiner Statistik auftauchen.\u00a0 In der modernen Musikwirtschaft ist das eigentlich nichts anderes als in der moderenen Marktwirtschaft, wo nach kurzfristigen Gewinnen gestrebt wird, und genau da sind wir auch schon bei dem n\u00e4chsten und wichtigsten Punkt&#8230;<\/p>\n<p><strong>Das Geld:<\/strong><\/p>\n<p>Profitgier wird in den Charts gro\u00df geschrieben. Es werden nicht K\u00fcnstler gef\u00f6rdert die auf lange Sicht gesehen einen kontinuierlich geringen Gewinn erziehlen, sondern eher K\u00fcnstler die jetzt gerade Hip sind und diese werden dann f\u00f6rmlich verheizt. Das <em>puschen<\/em> des modernen K\u00fcnstlers ziehlt nicht auf das Wohlergehen von gerade diesem ab, sondern beschr\u00e4nkt sich auf den Moment an dem er am meisten Gewinn erziehlt. Die Motivationsarbeiten sind so ausgerichtet, dass erfolgreiche K\u00fcnstler immer das Beste geben. Falls die Charterfolge ausbleiben wird erst noch eine Frist gesetzt, die einen noch h\u00f6heren Druck aus\u00fcbt, bis der K\u00fcnstler diesen Normen nicht mehr entsprechen kann und resigniert.. oder zum Superstar wird; zumindestens f\u00fcr kurze Zeit. Was danach kommt kann man sich eigentlich schon vorstellen.<\/p>\n<p><strong>Charakter:<\/strong><\/p>\n<p>Ein K\u00fcnstler sollte eigentlich Charakter haben, sonst w\u00e4re er ja kein K\u00fcnstler, sondern ein Massenprodukt. Da zur Zeit ja ach so tolle Castingshows voll im Kommen sind, werden die Leute raus gesucht die gut aussehen oder f\u00fcr aufsehen sorgen. Das Erfolgsversprechende muss sich dabei nicht zwingend\u00a0 in musikalischen K\u00f6nnen manifestieren. Es kann auch einfach ein Stempel sein, der mal in einer bekloppten Show raus gekommen ist wie z.B. die Frau die au\u00dfergew\u00f6hnlich tanzt, der Typ mit der verr\u00fcckten Frisur oder die unglaublich sch\u00fcchterne Person, bei der mehr raus kommt, als man erst mal denkt. Die musikalischen F\u00e4higkeiten geraten hierbei viel zu oft in den Hintergrund. Zwar wird schon darauf geachtet, dass die Personen nicht so schief singen wie der Turm von Pisa, aber die Charakterst\u00e4rke bleibt leider eher auf der Strecke.<\/p>\n<p>Hauptsache Formbar!<\/p>\n<p><strong>Melodie:<\/strong><\/p>\n<p>Fast alle Pop-Songs sind in A-Moll oder C-Dur. Das hat zwei enorme Vorteile:<\/p>\n<p>1. Diese Tonleitern wurden schon sehr oft verwendet und somit sehr eing\u00e4ngig und absolut Massentauglich.<\/p>\n<p>2. Diese Tonarten sind auf dem Klavier (oder vielmehr Midi-Keyboard) am einfachsten zu handhaben. Es gen\u00fcgt einfach irgendwas auf den wei\u00dfen Tasten zu klimpern und schon pa\u00dft es. Schiefe T\u00f6ne werden somit vermieden und jeder Depp kann dazu &#8222;Meldodien&#8220; entwickeln oder per Zufall klimpern.<\/p>\n<p>Zu diesen Deppen geh\u00f6ren leider auch die Leute die ihr Geld mit Musik verdienen. Ich will keinesfalls die Tonarten C-Dur und A-Moll verfluchen (denn ich mag diese in einigen Situationen sehr gerne), allerdings empfinde ich es als drei\u00dft, was aus diesen Tonarten gequetscht wird, bzw. wie oft die gleichen Melodien immer und immer und immer wieder kommen. Es ist wie ein Ohrwurm, den ich bereits vor 15 Jahren hatte und der mich solangsam echt anf\u00e4ngt zu nerven.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Diese Frage stelle ich mir eigentlich fast jeden Tag. Die Antworten darauf sind vielz\u00e4hlig und nur Ansatzweise aufzuz\u00e4hlen, aber ich versuche es mal: Die Masse: Pop-Musik ist so konzipiert, dass sie von der Masse als gut empfunden wird. 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